Erfurter Studien zur Kunst- und Baugeschichte
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Rüdiger Stutz:

„Herzkammer“ oder „Barriere“ der Stadtentwicklung?

Zum Widerstreit um die Erneuerung von Alt-Jena in der NS- und frühen Nachkriegszeit

Stutz stellt eingangs die städtebaulichen Diskussionen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen Moderne und umgreifender Stadterneuerung einerseits und der Heimatschutzbewegung und der Bewahrung des überlieferten Stadtbildes andererseits dar. Er zeigt dann an der Stadt Jena, wie diese Konfliktlinien konkret verliefen, z. B. bei der geplanten Errichtung eines Hochhauses für Carl Zeiss um 1930. Ein Hochhaus-Entwurf von Fahrenkamp wurde nach langem Streit abgelehnt. Die Planung eines immerhin auch fünfzehnstöckigen „Turmhauses“ vom Architekten Hertlein wurde dann jedoch von Paul Schulze-Naumburg, einem der Protagonisten des Heimatstiles, befürwortet. Er war der Meinung, dass das Zeiss-Werk durch das Turmhaus zur „Industrieburg“ werde. Stutz zeigt weiterhin, wie die Gräben zwischen modernen und traditionalistischen Stadtplanern auch quer durch die regionale NSDAP lief und wie sich diese Diskussion nach 1945 – unter völlig veränderten Vorzeichen, aber teilweise mit gleichem Personal – fortsetzte.

 

Letzte Aktualisierung : 04.05.2014